Daten reichen nicht. Sie müssen entscheidungsfähig werden.
Die Methodik ordnet vorhandene Nachhaltigkeitsinformationen so, dass sie als Risiko-, Finanzierungs- und Steuerungsdaten lesbar werden - und nicht nur als Reportingdaten.
Vier Schritte
Evidence
Was ist tatsächlich belegt? Quelle, Stichtag, Verantwortlichkeit und Evidenzgrad werden festgehalten.
Impact & Dependencies
Welche relevanten Wirkungen bestehen - und wovon hängt das Unternehmen dabei ab?
Risk & Resilience
Wie können diese Wirkungen und Abhängigkeiten auf Kosten, Betrieb, Finanzierung oder Zukunftsfähigkeit zurückwirken? Wie belastbar ist die gewählte Lösung?
Decision & Update
Welche Daten, Nachweise oder Maßnahmen müssen für die nächste Finanzierung aktuell sein - und wer liefert sie?
Wirkungsökonomische Perspektive
Die Methodik betrachtet nicht nur Kennzahlen, sondern Wirkung, Abhängigkeiten, Risiken und Resilienz im System. Sie unterscheidet klar zwischen Daten, beobachteter Zustandsveränderung, Wirkungspotenzial und Unsicherheit.
- AktivitätInvestition oder Vorhaben
- WirkungMensch, Planet, gesellschaftliche Systeme
- AbhängigkeitWovon das Unternehmen abhängt
- RückwirkungKosten, Betrieb, Finanzierung
- ResilienzBelastbarkeit und Mitigation
- EvidenzBelegbar für Kapitalgeber
Die wirkungsökonomische Perspektive verbindet Wirkung auf Mensch, Planet und gesellschaftliche Systeme mit Abhängigkeiten, Risiken und Resilienz. Sie ersetzt keine Finanzanalyse. Sie ergänzt sie um Zusammenhänge, die in klassischen ESG-Checklisten häufig getrennt bleiben.
Regeln, die verhindern, dass Evidenz zu Behauptung wird.
Eine Datenlücke ist nicht neutral.
Fehlende Nachweise werden als Gap geführt, nicht stillschweigend durch Annahmen ersetzt.
Potenzial ist keine eingetretene Wirkung.
Vor der Umsetzung sprechen wir von Wirkungspotenzial, Wirkungsrisiko oder modellierter Wirkung - nicht von bereits eingetretener Wirkung.
Der Evidenzgrad bleibt sichtbar.
Jede Angabe trägt ihre Beleglage mit. Sie verschwindet nicht in einer Gesamtzahl.
Schwere Risiken werden nicht weggemittelt.
Ein gravierendes Einzelrisiko wird nicht durch gute Durchschnittswerte in anderen Bereichen ausgeglichen.
Unsicherheit wird dokumentiert.
Was unklar ist, steht als unklar im Dokument.
Aussagen bleiben versionierbar.
Es ist jederzeit nachvollziehbar, welcher Stand wann nach außen gegeben wurde.
Drei Ebenen - und nur so viele, wie fachlich sinnvoll sind.
Die Methodik kennt mehr Kennzahlen, als ein einzelner Fall braucht. Welche davon zum Einsatz kommen, entscheidet die Wesentlichkeit der konkreten Investitions- oder Finanzierungsfrage.
- Ebene 1 Klassische Business- und Finanzierungskennzahlen: Investitionsvolumen, Kapitalbedarf, CapEx und Opex, Cashflow-Relevanz, Finanzierungslaufzeit, Projektmeilensteine, Datenvollständigkeit, Antwortzeit auf Kapitalgeberanfragen.
- Ebene 2 Wirkungs- und Resilienzindikatoren, je nach Wesentlichkeit: Dekarbonisierungspfad, Energieabhängigkeit, Wasser- und Ressourcenrisiken, Lieferkettenabhängigkeiten, Versorgungssicherheit, Versicherbarkeit, technische Lock-ins, Governance- und Datenqualität, Redundanz und Rückfallfähigkeit.
- Ebene 3 Vertiefende wirkungsökonomische Analysekennzahlen. Sie kommen nur zum Einsatz, wenn sie für eine konkrete Frage etwas beitragen.
Wichtig: Die Kennzahlen der Ebene 3 sind keine regulatorisch vorgeschriebenen Kennzahlen. Sie ersetzen keine Berichtspflicht und werden auch nicht als solche dargestellt.
Abgrenzung
Ist das ein ESG-Rating?
Nein. Ein Rating bewertet Ihr Unternehmen von außen und vergibt eine Note. Das Evidenzmanagement bewertet Sie nicht. Es strukturiert Ihre eigenen Angaben, weist ihre Beleglage aus und macht sie für Anfragen nutzbar.
Ist das ein Nachhaltigkeitsbericht?
Nein. Reporting ist Eingangsgröße und Nebenprodukt, nicht das Produkt. Vorhandene Berichtsdaten werden genutzt; ein Bericht wird nicht erstellt und die Berichtsverantwortung bleibt bei Ihnen.
Ersetzt das die Prüfung durch die Bank?
Nein. Kreditprüfung, Due Diligence, Wirtschaftsprüfung, Rechtsberatung und bankinterne Risikomodelle bleiben unberührt. Das Evidenzmanagement bereitet Ihre Seite der Information vor.
Wird damit eine Finanzierung oder eine Kondition zugesagt?
Nein. Weder Finanzierung noch Konditionen noch Versicherbarkeit werden zugesagt. Was entsteht, ist eine belastbare, nachvollziehbare Informationsgrundlage für das Gespräch.
Akzeptieren Banken diese Methode als Standard?
Die Methode ist kein anerkannter Marktstandard und wird auch nicht als solcher dargestellt. Was Banken und Versicherer abfragen, geben sie selbst vor; die Evidence Base wird auf diese Abfragen abgebildet.